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Radio • Wie alles begann

soe.fm
Nach einem Jahr harter Arbeit ist es endlich soweit und wir präsentieren unser neues Radio Projekt, was euch fortan auf zwei Streams mit frischer Musik versorgen wird. Was sich dahinter verbirgt und wie es dazu kam, erfahrt ihr in diesem Beitrag.


In diesem Artikel möchte ich euch schildern, wie es dazu kam, dieses Projekt an den Start zu bringen.

Es geschehen immer wieder Ereignisse, wo man sich noch Monate später fragt: "…geht's noch?!" Dem Entschluss dieses Projekt zu starten, liegt ein solches Ereignis zu Grunde, den ich euch nicht vorenthalten möchte.

Einige kennen mich noch aus einer Zeit bei einem namentlich bekannten Internet Radio mit drei Buchstaben und einer roten Welle als Logo. Dort verbrachte ich einige Jahre als DJ, später als Team-Manager, als Redakteur und Grafiker. Auf diesem Sender startete auch meine eigene Show dextarmusic, die über die gesamte Zeit erfolgreich lief und sich als Marke etabliert hatte.

Als ich dort neben einem maroden Management auch eine völlig inakzeptable Führung des Clubstreams vorfand, bot ich mich an, den Channel als Team-Manager zu unterstützen und diesen Stream eine neue Richtung zu verpassen. Gesagt, getan, machte ich mich daran, das marode System aufzuarbeiten. Die erste Reaktion aus der Projektleitung war ein entsetztes Aufschreien des Hausmeisters, der panisch um seinen geliebten Hardtrance Channel bangte und wohl ganz übersah, dass dieser Style nicht mehr in den Clubs lief und auch niemand mehr den Kram auf dem Stream hören wollte.

Als zweites verabschiedete sich der damalige Stream-Manager mit fadenscheinigen Argumenten in eine Auszeit mit ungewisser Dauer. Auf dem Stream tummelten sich neben einigen wenigen fähigen Leuten auch echte Piloten der Superlative, die aber flink nach einigem Getöse voller heißer Luft ihre eigenen Wege gingen.

Kurzum stand ich mit dem Team-Management allein da und durfte zusehen, wie ich an wichtige Infos kam. Die Projektleitung war chronisch abwesend bzw. nur mit viel Mühe zu erreichen. Fehlende Infos deckten sich meist erst Monate später auf, als die Projektleitung angebliche Rules offenlegte, die nirgendwo dokumentiert waren.

Da kam richtig Freude auf aber ich ergriff die Chance und baute mir meine eigenen FAQs, holte neue DJs ran und entwarf neue Showkonzepte mit entsprechenden Grafiken, um einen einheitlichen Auftritt mit Außenwirklung zu erzielen. Die Rechnung ging auf und meine Arbeit trug Früchte. Der Stream füllte sich nicht nur mit DJs, auch neue Hörer folgten.

Als nach einem Jahr der damalige Stream-Manager wieder auf der Matte stand, musste er sich natürlich wie ein Gockel aufplustern und alles in Frage stellen, was aufgebaut wurde. Am besten gleich alles wieder umstellen, ohne sich das Getane genau anzusehen. Ob da nun mehr Hörer und DJs waren, spielte keine Rolle. Neben einem starken Kopfschütteln über so viel Scharfsinn unterstützte sogar die Projektleitung dies, ohne sich davon ein Bild zu machen, was überhaupt auf dem eigenen Stream abging.

Nach vielen Diskussionen nahm ich meinen Kurs wieder auf und ließ diesen tollen Stream-Manager links liegen. Dieser bockte wie ein kleines Kind, ließ eigene Shows ausfallen, glänzte durch ungewisse Abwesenheit und dachte zu allem noch, er wäre der tollste Club DJ, ohne einmal wirklich in einem Club gespielt zu haben. Ich ließ ihn bocken und links liegen - Hauptsache es ging weiter.  

Dieses Szenario wiederholte sich in den darauf folgenden Jahren immer wieder, was das Unverständnis immer größer werden ließ. Die Projektleitung spielte das herunter, obwohl die Missstände unübersehbar waren. Es wurde offensichtlich mit zweierlei Maß gemessen und die Persönlichkeit vor die Wirtschaftlichkeit des eigenen Projektes gestellt.  

Mit der Zeit wurde ich in das Redaktionsteam aufgenommen, da ich offensichtlich der einzige im gesamten Projekt war, der etwas vom Layout verstand und zudem die wirre Corporate Identity vervollständigen konnte. Ab hier wurde alles zu diesem Thema an mich verwiesen, ohne zu checken, ob die Änderung einem selbst möglich wäre. Unverständnis und auch Verdruss machte sich breit.

Es gipfelte letztlich darin, dass technisch unbegabte DJs in den Teams gehalten wurden, obwohl permanente technische Probleme vorlagen und die Leute aus Trotz das Team verlassen wollten. Damit wurden Absprachen übergangen, nur um sich selbst zu profilieren und sein eigenes Ego zu puschen. Dass sowas in die Hose geht, ist jedem klar und so kam es dann auch.

Da ich alle Grafiken aus freien Stücken baute, ohne dass mir der Projektleiter einen Auftrag erteilte, entzog ich dem Sender alle weiteren Nutzungsrechte meiner erstellten Grafiken für zukünftige Artikel, bis eine Klärung erfolgt. In diesen Grafiken wurden unzählige Vektoren verwendet, die aus meiner eigenen Tasche bezahlt und verwendet wurden. Eine Einwilligung an den Sender zur Weiterverwendung außerhalb meiner Arbeit gab es nicht.

Das uferte dann weiter aus, als der Projektleiter die Herausgabe der Twitter-Account Daten verlangte, den ich mit meiner eigenen Mail-Adresse angelegt hatte, weil der Projekleiter es in zwölf Monaten nicht selbst schaffte, Accounts für seine Streams anzulegen. Dieser Twitter-Account hatte mehr als 3000 Follows und war der stärkste Twitter-Account, den der Sender je hatte.

Es wurde mir gedroht sich an Twitter zu wenden und mich zu verklagen, wenn ich die Account-Daten nicht preisgebe. Dem folgten dann noch Beleidigungen und haltlose Unterstellungen, weil man merkte, wie unfähig diese Projektleitung eigentlich ist.

Das Ergebnis war der Entzug aller Rechte durch den Projektleiter ohne dass eine mündliche Absprache erfolgte und ich durfte zusehen, wie der Projektleiter höchstpersönlich die Weiterverwendung meiner Grafiken erlaubte. Dazu wurde meine IP aus einem alten Cookie der Radiowebsite genutzt, um mich dann noch von der Page zu blocken. Big Brother is watching you...

Da ich u.a. drei Myspace Profile für diesen Sender erstellt hatte und all die verwendeten Grafiken auf meinen eigenen Accounts bei Freehostern lagen, löschte ich diese freien Accounts, um weiteren Missbrauch zu vermeiden.  Da wurde ich der Sabotage bezichtigt, obwohl weder die Rechte von Myspace noch der Bilder beim Sender lagen.

Auf die Frage, warum man denn meine Grafiken weiterverwendet, obwohl es für alle unübersehbar zu lesen war, dass die Nutzungsrechte nicht mehr vorlagen, behauptete man, dass alle Bilder dem Radio gehören, weil der Name des Senders auf den Bildern steht. Dreist an dieser abstrusen Behauptung ist, dass der Font ebenfalls mein Eigen ist und der Sender maximal die Anordnung der Zeichen als Bezug zu sich verbuchen kann.

Ich erteilte dann schriftlich eingeschränkte Nutzungsrechte für die Grafiken, die bereits aktiv auf der Website des Senders verwendet wurden. Das waren zu dem Zeitpunkt mehr als 100 Konzeptgrafiken, die sich über die gesamte Plattform verteilten.

Dies wurde komplett abgelehnt, man änderte zudem eine exportiere JPG-Datei von mir stümperhaft ab, so dass mein Copyright-Hinweis nicht mehr zu sehen war und behauptete dreist, man hätte das selbst gebaut. Nur mehr als diese gefakete JPG-Datei hatte der Sender nicht, alle Illustrationen, Vektoren und Fonts liegen samt den Nutzungsrechten bei demjenigen auf der Festplatte, der sie letztlich erstellt hat.

Auf gut deutsch, man hat mich abgezockt und das, von einem vermeintlich seriösen Projekt, das so sehr auf das eigene Image bedacht ist. Ich wurde dann von der Dame des Hauses mit den Worten verabschiedet: "Schade dass du so viel bei uns gelernt hast..." Wer allerdings wem geholfen hat und wer sich da bei wem eine Scheibe abschneiden kann, lass ich euch entscheiden. Man nannte meine Bilder fortan sein Eigen und schaffte es nicht, neue Grafiken erstellen zu lassen. So werden heute noch Grafiken von mir verwendet, deren Nutzungsrechte längst entzogen wurden.   

Erstaunlich ist dabei auch, dass gerade dieses gewisse Projekt immer die Fahne ganz oben schwenkt und stolz auf ihren Websites behauptet, man hätte alles selbst entwickelt. Dem geschulten Blick sticht beim Aufruf der Website ein Open Source System ins Auge, das mit einer Foren-Software verbunden wurde, was in der Kombination z.B. vom Anbieter der verwendeten Forensoftware nicht erlaubt ist. Die Aussage, dass dies doch ein bekanntes System ist und warum denn überall die Copyright-Hinweise fehlen, wurde versucht schnell loszuwerden.

Fakt ist, dass das gesamte News-System 1:1 aus einem Open Source System übernommen wurde und sich heute noch nachvollziehen lässt. Das ach so tolle Serversystem ist nichts anderes als eine umgeschriebene Binary von Shoutcast, wodurch man natürlich auch nicht in den Listen auftaucht. Offiziell wurden natürlich andere Gründe vorgeschoben, die aber bei genauer Überlegung keinen Sinn machen, wenn man sich die Architektur des Senders betrachtet. Ein vermeintlich eigenes BNC-System stellte sich ebenfalls als Open Source Produkt heraus, wie auch die dazugehörigen Chat-Bots.

Ob da nun System dahintersteckt, lässt sich angesichts der Tatsachen vermuten aber nicht beweisen. Betrachtet man zudem genauer die Backend-Bereiche oder auch den Quellcode, verdichten sich immer mehr Fakten, dass selbst elementare Bereiche auf dem gleichen Weg beschafft wurden, wie man es es bei meinen Bildern gemacht hat.
 
Da ich selbst seit Jahren mit genau diesem Open Source System zum Erstellen von Websites arbeite und auch nebenher eine neue Website für meine Radioshow baute, entschloss ich mich ein eigenes Radio auf die Beine zu stellen. Denn bevor man sich weiter mit solch veralteter Software plagt und sich weiter über Leute ärgern muss, die weder Plan von der Musik noch vom Auflegen haben, wurde es Zeit einen neuen Weg zu gehen.

Vieles ändert sich mit der Zeit aber dennoch gibt es bestimmte Dinge, die sich nie ändern werden. Ob das immer gut oder schlecht ist, lass ich im Raum stehen. Die Frage ist immer, was man daraus macht.